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Nebenkostenabrechnung sofort

Grundsteuer umlegen in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt rechnet nach dem Bundesmodell. Die Gemeinden dürfen seit 2025 für Wohngrundstücke einen eigenen Hebesatz festsetzen, der nicht über dem für Nichtwohngrundstücke liegen darf. In die Abrechnung gehört der Jahresbetrag aus Ihrem Bescheid.

Stand: 3. Oktober 2026

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Das Bundesmodell in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt wendet die Formel des Bundes an: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz. Für Wohngrundstücke gilt die Messzahl von 0,31 Promille (§ 15 GrStG, Gesetzestext). Der Grundsteuerwert wird für Mietwohngrundstücke im Ertragswertverfahren berechnet (§ 252 BewG), aus Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und einer gesetzlich festgelegten Durchschnittsmiete.

Mit einem Gesetz vom 23.10.2024 dürfen die Gemeinden getrennte Hebesätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festsetzen. Dabei gilt eine Grenze: Wohnen darf nicht höher belastet werden als Nichtwohnen. Laut Statistischem Landesamt haben im ersten Halbjahr 2025 64 Gemeinden davon Gebrauch gemacht, rund 30 % der Gemeinden im Land.

Rechenbeispiel

Für ein Zweifamilienhaus nehmen wir einen Grundsteuerwert von 120.000 € an. Die Hebesätze sind ebenfalls Annahmen: Gemeinde A hat einheitlich 450 %, Gemeinde B hat 400 % für Wohnen und 550 % für Nichtwohnen.

Schritt Gemeinde A Gemeinde B
Grundsteuerwert (Annahme) 120.000,00 € 120.000,00 €
Messbetrag (× 0,31 ‰) 37,20 € 37,20 €
Hebesatz für Wohnen (Annahme) 450 % 400 %
Grundsteuer 2025 167,40 € 148,80 €

Bei zwei Wohnungen mit 65 und 85 m² trägt der Mieter der kleineren Wohnung in Gemeinde A 72,54 €, in Gemeinde B 64,48 €. Der Hebesatz für Nichtwohnen spielt für ein reines Wohnhaus keine Rolle.

Was das für Vermieter heißt

Wo eine Gemeinde getrennte Sätze hat, kann der Satz für Wohnen nur gleich hoch oder niedriger sein als für Gewerbe. Für Vermieter von Mietwohnungen ist das ein Schutz vor einer einseitigen Belastung. Wie stark Ihre Grundsteuer sich verändert hat, hängt trotzdem vom neuen Grundsteuerwert ab, und der kann deutlich vom alten Einheitswert abweichen.

Für die Erklärung gegenüber dem Mieter brauchen Sie die Systematik nicht auszubreiten. Ein Satz mit dem Betrag für 2024 und dem für 2025 und dem Hinweis, dass die Grundsteuer seit 2025 nach neuen Werten erhoben wird, reicht in der Regel. Vorschläge stehen unter Grundsteuer in der Nebenkostenabrechnung.

Die Grundsteuer in der Abrechnung 2025

Setzen Sie den Jahresbetrag aus dem Grundsteuerbescheid für 2025 an. Verteilt wird nach dem Schlüssel im Mietvertrag, ohne Vereinbarung nach Wohnfläche (§ 556a Abs. 1 BGB). Bei einer vermieteten Eigentumswohnung gibt es einen eigenen Bescheid, der Betrag gehört ganz zu Ihrer Wohnung.

Ein Beispiel mit angenommenem Betrag: Der Bescheid für Ihre Eigentumswohnung lautet auf 95,00 €, und der Mieter zieht zum 14. August 2025 aus. Er trägt 226 von 365 Tagen, also 58,82 €. Der Nachmieter ab 15. August trägt 139 Tage, also 36,18 €. Eine Verteilung über Flächen entfällt, weil der Bescheid nur diese eine Wohnung betrifft. Mehr zum Wechsel unter Mieterwechsel.

Die Abrechnung 2025 muss bis zum 31.12.2026 zugehen, sonst ist eine Nachforderung ausgeschlossen. Ist die Grundsteuer gestiegen, können Sie danach die Vorauszahlung anpassen. Die Übersicht aller Länder mit Verteilrechner finden Sie unter Grundsteuer auf Mieter umlegen.

Sie möchten nur Zahlen eintragen und eine fertige Abrechnung zurückbekommen? Zum Formular: Das Programm verteilt alle Kosten nach Ihren Schlüsseln, prüft die Mindestangaben auf Vollständigkeit und liefert je Mieter die PDF.

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Häufige Fragen

Wie viele Gemeinden in Sachsen-Anhalt haben getrennte Hebesätze?

Nach dem Statistischen Landesamt haben im ersten Halbjahr 2025 64 Gemeinden ihre Hebesätze für die Grundsteuer B differenziert, rund 30 % der Gemeinden. Ob Ihre dazugehört, sehen Sie am Bescheid.

Kann der Hebesatz für Wohnen in Sachsen-Anhalt höher sein als für Gewerbe?

Nein. Das Landesgesetz vom 23.10.2024 lässt getrennte Sätze zu, der Satz für Wohngrundstücke darf aber nicht über dem für Nichtwohngrundstücke liegen.